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Abstandskontrolle per Drohne: 43 Verstöße auf der A14, diese Bußgelder drohen

Die Polizei in Sachsen-Anhalt hat auf der A14 mit einer Drohne 43 Abstandsverstöße festgestellt, auch Baden-Württemberg testet die Technik. Welche Bußgelder, Punkte und Fahrverbote bei zu dichtem Auffahren gelten.

Redaktion Bußgeldportal 5 Min. Lesezeit

Die Polizei in Sachsen-Anhalt setzt bei Abstandskontrollen auf der Autobahn zunehmend auf Drohnen. Bei einem Einsatz auf der A14 im südlichen Sachsen-Anhalt hat sie am 13. Oktober 2026 insgesamt 43 Abstandsverstöße festgestellt. Auch in Baden-Württemberg läuft seit Mai ein Pilotprojekt, bei dem Drohnen den Lkw-Abstand auf der A81 überwachen. Für Autofahrer heißt das: Wer auf der Autobahn zu dicht auffährt, kann inzwischen auch aus der Luft beobachtet werden.

43 Verstöße an einem Kontrolltag auf der A14

Nach Angaben der Polizei kam bei der Kontrolle am 13. Oktober eine Drohne zum Einsatz, die den Verkehr auf der A14 aus der Luft beobachtete. Fahrerinnen und Fahrer, bei denen ein zu geringer Abstand festgestellt wurde, leiteten die Beamten anschließend auf die Tank- und Rastanlage Plötzetal. Dort wurden die Fahrzeuge gemeinsam mit Kräften der Bereitschaftspolizei kontrolliert.

Neben den 43 Abstandsverstößen stellten die Einsatzkräfte weitere Mängel fest. Einem Lkw-Fahrer wurde wegen einer defekten Bremsanlage die Weiterfahrt untersagt. Bei zwei weiteren Fahrzeugführern beanstandete die Polizei eine mangelhafte Ladungssicherung.

Es war nicht der erste Einsatz dieser Art. Bereits am 10. März 2026 hatte der Zentrale Verkehrs- und Autobahndienst der Polizeiinspektion Halle (Saale) mit einer Drohne Mindestabstände und Geschwindigkeiten auf der A14 bei Halle überwacht. Damals wurden 32 Fahrzeuge wegen Abstands- oder Geschwindigkeitsverstößen kontrolliert, ebenfalls auf der Rastanlage Plötzetal. In zwei Fällen untersagte die Polizei wegen technischer Mängel die Weiterfahrt. Der Leiter der Dienststelle zog damals ein positives Fazit: Die Maßnahme sei erfolgreich gewesen.

Pilotprojekt auf der A81 in Baden-Württemberg

Auch in Baden-Württemberg testet die Polizei die Technik. Seit Anfang Mai 2026 überwacht die Verkehrspolizeiinspektion Zimmern ob Rottweil mit einer Drohne den Abstand von Lastwagen auf der A81. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Konstanz wurden bei sechs Kontrollen mehr als 100 Verstöße festgestellt, wie die Deutsche Presse-Agentur Anfang Oktober berichtete.

Das Verfahren läuft dort so ab: Die Drohne beobachtet einen Streckenabschnitt aus der Luft und erfasst den Abstand der Lkw zum vorausfahrenden Fahrzeug. Polizeimotorräder begleiten auffällige Lastwagen dann zu einer Kontrollstelle. Dort werden die Fahrer über den Verstoß informiert, zusätzlich wird das Fahrzeug auf technische Mängel geprüft. Nach der Pilotphase soll entschieden werden, ob das Verfahren bei allen Verkehrspolizeiinspektionen im Land eingesetzt wird. Ein Enddatum für den Test wurde nicht genannt.

Warum der Abstand so streng kontrolliert wird

Zu dichtes Auffahren gilt als eine der Ursachen für Auffahrunfälle auf Autobahnen, gerade bei Staus und an Baustellen. § 4 der Straßenverkehrs-Ordnung schreibt vor, dass der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug in der Regel so groß sein muss, dass auch bei plötzlichem Bremsen hinten noch angehalten werden kann.

Als Faustregel gilt außerorts der „halbe Tacho“: Bei 100 km/h sollten es mindestens 50 Meter sein. Der Bußgeldkatalog knüpft genau daran an. Er bemisst den Verstoß danach, welchen Bruchteil des halben Tachowerts der tatsächliche Abstand noch erreicht hat. Wer bei 100 km/h weniger als 25 Meter Abstand hält, liegt bereits unter 5/10 des halben Tachowerts.

Für Lkw über 3,5 Tonnen und Busse gilt auf der Autobahn eine eigene Regel: Fahren sie schneller als 50 km/h, müssen sie zum vorausfahrenden Fahrzeug mindestens 50 Meter Abstand halten.

Diese Bußgelder drohen beim Abstandsverstoß

Die Höhe der Strafe hängt von der gefahrenen Geschwindigkeit und vom unterschrittenen Abstand ab. Die folgende Übersicht zeigt die Regelsätze nach der Bußgeldkatalog-Verordnung und die Punkte nach der Fahrerlaubnis-Verordnung für Geschwindigkeiten über 100 km/h und über 130 km/h.

Bußgeldkatalog 2026: Abstandsverstöße auf der Autobahn
VerstoßBuß­geldPunk­teFahrverbotEinspruch
über 100 km/h, Abstand unter 5/10 des halben Tachowerts75 €1neinprüfen
über 100 km/h, Abstand unter 4/10100 €1neinprüfen
über 100 km/h, Abstand unter 3/10160 €21 Monatprüfen
über 100 km/h, Abstand unter 2/10240 €22 Monateprüfen
über 100 km/h, Abstand unter 1/10320 €23 Monateprüfen
über 130 km/h, Abstand unter 5/10100 €1neinprüfen
über 130 km/h, Abstand unter 4/10180 €1neinprüfen
über 130 km/h, Abstand unter 3/10240 €21 Monatprüfen
über 130 km/h, Abstand unter 2/10320 €22 Monateprüfen
über 130 km/h, Abstand unter 1/10400 €23 Monateprüfen
Lkw über 3,5 t oder Bus, über 50 km/h auf der Autobahn, unter 50 m Abstand80 €1neinprüfen

Zwischen 80 und 100 km/h gelten dieselben Beträge wie bei über 100 km/h, also 75 bis 320 Euro. In dieser Stufe gibt es jedoch stets einen Punkt und kein Regelfahrverbot. Wird durch das dichte Auffahren ein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet oder kommt es zu einem Unfall, kann sich das Bußgeld erhöhen. Alle Stufen, auch für niedrigere Geschwindigkeiten, sind im Bußgeldkatalog zum Abstandsverstoß zusammengefasst.

Was Betroffene wissen sollten

Abstandsmessungen gelten als vergleichsweise anspruchsvoll. Entscheidend sind unter anderem die eingesetzte Technik, die Auswertung der Aufnahmen und die abgezogene Messtoleranz. Gerade wenn der gemessene Abstand nur knapp unter einer Grenze liegt, kann bereits eine Abweichung von wenigen Metern über die Höhe des Bußgelds oder über ein Fahrverbot entscheiden. Wie Abstandsmessungen grundsätzlich funktionieren, erklärt der Glossarbeitrag zur Abstandsmessung.

Zur genauen Messmethode bei den Drohneneinsätzen machten die Behörden in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg bislang keine näheren Angaben. Wer einen Bußgeldbescheid nach einer solchen Kontrolle erhält, kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegen. Ob ein Einspruch im Einzelfall Aussicht auf Erfolg hat, hängt von den konkreten Umständen und der Messung ab.

Unabhängig von der Kontrolltechnik empfiehlt sich auf der Autobahn ein Abstand von mindestens dem halben Tachowert. Bei Nässe, Nebel oder Dunkelheit, wie sie jetzt im Herbst häufiger auftreten, sollte der Abstand deutlich größer sein, weil sich der Bremsweg verlängert.

Quellen

  • Polizei Sachsen-Anhalt: Abstandskontrolle auf der A14 mit Drohne, 43 Verstöße (Meldung vom 14.10.2026)
  • Polizeiinspektion Halle (Saale), Zentraler Verkehrs- und Autobahndienst: Pressemitteilung zu Verkehrskontrollen mit Drohne auf der A14 (11.03.2026)
  • Deutsche Presse-Agentur via VerkehrsRundschau: Polizei kontrolliert Lkw-Abstand per Drohne (06.10.2026)
  • Bundesministerium der Justiz: Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV), Anlage und Tabelle 2
  • Bundesministerium der Justiz: Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), Anlage 13

Bild: KI-generiert

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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