Die Stadt Köln weitet die Geschwindigkeitsüberwachung auf der Autobahn 4 aus. Seit Mittwoch, 14. Oktober 2026, wird im Bereich Eifeltor zusätzlich in Fahrtrichtung Olpe geblitzt. Zwei neue Messsäulen überwachen dort alle drei Fahrspuren. Weitere Blitzer im Bereich des Herkulestunnels am Ende der A 57 sollen nach Angaben der Stadt voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November folgen.
Warum am Eifeltor geblitzt wird
Auf der A 4 im Bereich des Brückenbauwerks „Eifeltor“ misst die Stadt Köln bereits seit dem 18. Dezember 2025 die Geschwindigkeit. Hintergrund sind Schäden an der dortigen Eisenbahnbrücke, die die Autobahn GmbH beheben muss. Wegen der Baustelle gilt dort nach Angaben der Stadt vom Dezember 2025 eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h, außerdem besteht ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Maßgeblich ist stets die Beschilderung vor Ort.
Neu hinzugekommen ist nun eine Schrankenanlage vor der Anschlussstelle Köln-Klettenberg. Wegen der temporären Verkehrsführung hat die Autobahn GmbH entschieden, in Fahrtrichtung Olpe im Rahmen der Gefahrenabwehr weitere Geschwindigkeitskontrollen durchführen zu lassen. Der Streckenabschnitt vor der Schranke gilt wegen der baulichen Engpässe als Gefahrenstelle. Mit der Umsetzung hat die Autobahn GmbH die Stadt Köln beauftragt.
Zwei Säulen für drei Fahrspuren
Nach Angaben der Stadt deckt eine Messsäule die rechte und die mittlere Fahrspur ab, eine zweite Säule die linke Spur. Alle drei Spuren mit nur einer Säule zu überwachen, sei an dieser Stelle technisch nicht möglich. Den Strom liefert die Netzstromversorgung der Schrankenanlage.
Die Stadt weist darauf hin, dass es im Rahmen der Justierung auch unterhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zu Blitzauslösungen kommen kann. Diese werden nicht als Verstöße verfolgt. Die Anlagen sind, wie die bereits vorhandenen Systeme auf der A 4, zunächst bis zum 28. Februar 2027 gemietet. Für sechs Monate kosten alle Komponenten nach Angaben der Stadt 49.600 Euro.
Bei der ersten Ausbaustufe im Dezember 2025 hatte die Stadt mitgeteilt, dass täglich rund 270.000 Fahrzeuge die beschädigte Brücke passieren, etwa 135.000 je Fahrtrichtung. Für die damals installierten Anlagen in beiden Richtungen nannte sie Kosten von rund 245.000 Euro für 15 Monate Miete einschließlich Wartung.
Herkulestunnel: Blitzer sollen bald folgen
Auch im Bereich des Herkulestunnels, der die A 57 mit der Kölner Innenstadt verbindet, will die Stadt künftig stationär messen. Die Anlagen sollen laut Stadt Köln voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November 2026 in Betrieb gehen, zunächst in Fahrtrichtung A 57 in Höhe der Ausfahrt Ehrenfeld.
Anlass sind dort wiederholte Unfälle. Nach einem Bericht von t-online endeten zwei davon in den vergangenen zwölf Monaten tödlich. Seitenradarmessungen hätten ergeben, dass in Richtung Innenstadt fast 77 Prozent der Fahrzeuge zu schnell waren, in Richtung Autobahn knapp 88 Prozent. Erlaubt sind im Tunnel 50 km/h, das schnellste gemessene Fahrzeug war demnach mit 220 km/h unterwegs. Die Kosten für die Anlagen im Herkulestunnel beziffert der Bericht auf rund 150.000 Euro.
Welche Bußgelder drohen
Auf der A 4 am Eifeltor gelten die Regelsätze für Geschwindigkeitsverstöße außerorts. Von der gemessenen Geschwindigkeit wird zunächst eine Toleranz abgezogen: bis 100 km/h sind es 3 km/h, darüber 3 Prozent. Für Pkw sieht der Bußgeldkatalog folgende Sanktionen vor:
| Verstoß | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot | Einspruch |
|---|---|---|---|---|
| bis 10 km/h zu schnell | 20 € | keine | nein | prüfen |
| 11 bis 15 km/h zu schnell | 40 € | keine | nein | prüfen |
| 16 bis 20 km/h zu schnell | 60 € | keine | nein | prüfen |
| 21 bis 25 km/h zu schnell | 100 € | 1 | nein | prüfen |
| 26 bis 30 km/h zu schnell | 150 € | 1 | nein* | prüfen |
| 31 bis 40 km/h zu schnell | 200 € | 1 | nein* | prüfen |
| 41 bis 50 km/h zu schnell | 320 € | 2 | 1 Monat | prüfen |
| 51 bis 60 km/h zu schnell | 480 € | 2 | 1 Monat | prüfen |
| 61 bis 70 km/h zu schnell | 600 € | 2 | 2 Monate | prüfen |
| mehr als 70 km/h zu schnell | 700 € | 2 | 3 Monate | prüfen |
* Wer innerhalb von zwölf Monaten zweimal mit 26 km/h oder mehr zu schnell geblitzt wird, muss in der Regel zusätzlich mit einem Fahrverbot von einem Monat rechnen.
Im Herkulestunnel gelten dagegen die strengeren Sätze für innerorts. Schon ab 31 km/h zu viel werden dort 260 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot fällig. Wer mehr als 70 km/h zu schnell ist, muss mit 800 Euro, zwei Punkten und drei Monaten Fahrverbot rechnen. Extreme Geschwindigkeiten können zudem als verbotenes Kraftfahrzeugrennen nach § 315d StGB strafrechtlich verfolgt werden. Eine vollständige Übersicht bietet unser Bußgeldkatalog zur Geschwindigkeitsüberschreitung.
Was Betroffene wissen sollten
Zuständig für die Verfahren aus den städtischen Messanlagen ist die Bußgeldstelle der Stadt Köln. Nach einem Blitzer erhalten Halterinnen und Halter in der Regel zunächst einen Anhörungsbogen, später gegebenenfalls einen Bußgeldbescheid. Gegen den Bescheid kann innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung Einspruch eingelegt werden. Ob ein Einspruch im Einzelfall Aussicht auf Erfolg hat, hängt unter anderem von der Messung, der Beschilderung und der Fahreridentifizierung ab.
Wer regelmäßig im Raum Köln unterwegs ist, findet weitere stationäre Messstellen in unserer Übersicht Blitzer in NRW. Ausführliche Informationen zu Dauer und Antritt eines Fahrverbots gibt es im Ratgeber Fahrverbot.
Quellen
- Stadt Köln: Neue Blitzer für die Autobahnen 4 (Eifeltor) und 57, Pressemitteilung vom 12. Oktober 2026
- Stadt Köln: Tempo- und Gewichtskontrolle auf der Autobahn 4, Pressemitteilung vom 16. Dezember 2025
- t-online Köln: A4 und Herkulestunnel: Stadt Köln baut neue Blitzer wegen Rasern auf, 11. September 2026
- Radio Erft: Neue Blitzer auf A4 und A57, 12. Oktober 2026
- Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV), Anlage zu § 1 Absatz 1, Nr. 11.3
Bild: KI-generiert
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.


