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Neue Bußgelder sorgen in Hessen für Rekord-Einnahmen

Die Bußgeldstelle Kassel meldet Rekord-Einnahmen in Hessen für 2022, obwohl die Anzahl der Verkehrsordnungswidrigkeiten rückläufig ist.

Redaktion Bußgeldportal 3 Min. Lesezeit

Die Zentrale Bußgeldstelle des Landes Hessen am Regierungspräsidium (RP) Kassel hat im Jahr 2022 landesweit etwa 1,27 Millionen Verkehrsanzeigen bearbeitet – rund 77.000 weniger als im Vorjahr. Knapp 25% der Verfahren wurden eingestellt.

Aufgrund von Änderungen im Bußgeldkatalog ist der Anteil schwerwiegender Verstöße gleichzeitig deutlich gestiegen und das sorgt trotz der niedrigeren Delikte für höhere Einnahmen im Bundesland.

Aktuelle OWI-Zahlen für Hessen aus 2022

Am Donnerstag, den 25.05.2023, präsentierten Hessens Regierungspräsident Mark Weinmeister und Christian Herr, kommissarischer Leiter der Zentralen Bußgeldstelle beim Regierungspräsidium, den Bericht der Zentralen Bußgeldstelle für das Jahr 2022.

Verkehrsverstöße in Hessen: Platz 1 Geschwindigkeit

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1.269.489 Verkehrsanzeigen aus dem gesamten Bundesland bearbeitet, was etwa 5,7 Prozent weniger sind als im Vorjahr – der niedrigste Stand der letzten fünf Jahre.

Der Großteil der rund 1,27 Millionen Verkehrsanzeigen betrifft Geschwindigkeitsüberschreitungen, die etwa drei Viertel aller Verstöße ausmachen. Verkehrsunfälle, Rotlichtverstöße, TÜV und Handy am Steuer folgen weit abgeschlagen auf den nächsten Plätzen. Das Ranking:

  1. Geschwindigkeitsüberschreitungen: 75%
  2. Verkehrsunfälle: 5,76%
  3. Rotlichtverstöße: 1,45%
  4. Verstöße bei der Hauptuntersuchung (TÜV) 1,35 Prozent und
  5. Handyverstöße: 1,10 Prozent.

Schwere Ordnungswidrigkeiten nehmen zu

Durch die am 09.11.2021 in Kraft getretene Änderung der Bußgeldkatalog-Verordnung wurden Strafen für Parkverstöße (z.B. Parken auf Geh- und Radwegen) und Geschwindigkeitsüberschreitungen besonders verschärft, um schwächere Personen zu schützen.

Dadurch fallen mittlerweile über die Hälfte der Verkehrsverstöße in den Bereich schwerwiegender Verstöße (666.911, ein Anstieg von 220.451 im Vergleich zum Vorjahr). Gleichzeitig gibt es „nur“ noch 602.578 Verstöße im geringfügigen Bereich (ein Rückgang um 296.957).

Geschwindigkeitsüberschreitung in Hessen ist teuer

Ein Beispiel: Viele Verstöße, die zuvor mit einem Verwarnungsgeld geahndet wurden, gelten nun als schwere Ordnungswidrigkeiten mit einer Geldbuße über 55 Euro.

Wer in Hessen beispielsweise mit 16 km/h innerorts geblitzt wird, muss bereits ein Bußgeld von 70 Euro bezahlen. Außerdem fallen für den Bußgeldbescheid noch 28,50 Euro Gebühren an. Eine Unachtsamkeit kann also schnell ziemlich teuer werden.

Strafen Innerorts 2026: PKW & Motorrad
ÜberschreitungBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch
1 bis 10 km/h30 €––prüfen
11 bis 15 km/h50 €––prüfen
16 bis 20 km/h70 €––prüfen
21 bis 25 km/h115 €1–prüfen
26 bis 30 km/h180 €11 Monat*prüfen
31 bis 40 km/h260 €21 Monatprüfen
41 bis 50 km/h400 €21 Monatprüfen
51 bis 60 km/h560 €22 Monateprüfen
61 bis 70 km/h700 €23 Monateprüfen
Über 70 km/h800 €23 Monateprüfen

* Wenn Sie innerhalb der letzten 12 Monate 26 km/h oder mehr zu schnell gefahren sind.

Strafen Außerorts 2026: PKW & Motorrad
ÜberschreitungBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch
1 bis 10 km/h20 €–Neinprüfen
11 bis 15 km/h40 €–Neinprüfen
16 bis 20 km/h60 €–Neinprüfen
21 bis 25 km/h100 €1Neinprüfen
26 bis 30 km/h150 €11 Monat*prüfen
31 bis 40 km/h200 €11 Monat*prüfen
41 bis 50 km/h320 €21 Monatprüfen
51 bis 60 km/h480 €21 Monatprüfen
61 bis 70 km/h600 €22 Monateprüfen
Über 70 km/h700 €23 Monateprüfen

* Wenn Sie innerhalb der letzten 12 Monate 26 km/h oder mehr zu schnell gefahren sind.

In 2022: Fast 50.000 Bußgeldbescheide mehr

Apropos Bußgeldbescheide: Im Jahr 2022 wurden von der Zentralen Bußgeldstelle in Kassel (ZBS) insgesamt 493.743 Bußgeldbescheide erlassen, was einem Anstieg von 48.636 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Davon waren 26.102 Bescheide mit einem Fahrverbot verbunden.

Fast 1,4 Millionen Verfahren – knapp 25% eingestellt

Im Jahr 2022 schloss die ZBS in Kassel insgesamt 1.392.963 Verfahren ab (einige stammen noch aus dem Vorjahr – daher die Differenz zu der Zahl der Verkehrsanzeigen).

Davon zahlten 70,23 Prozent der Betroffenen das Bußgeld. Insgesamt wurden immerhin 262.925 Verfahren 2022 eingestellt, da der Betroffene nicht ohne großen Verwaltungsaufwand ermittelt werden konnte. Ein Einspruch kann sich also lohnen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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  • Messung und EichungWar das Messgerät geeicht und korrekt aufgestellt?
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